CE-Kennzeichnung
Die CE-Kennzeichnung ist der "Reisepass" für Produkte im europäischen Wirtschaftsraum. Sie bestätigt, dass ein Produkt die geltenden EU-Anforderungen an Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz erfüllt.
Was bedeutet CE?
CE steht für "Conformité Européenne" (Europäische Konformität). Es ist kein Qualitätszeichen, sondern eine Verwaltungskennzeichnung, die anzeigt, dass ein Produkt die grundlegenden Anforderungen der einschlägigen EU-Richtlinien erfüllt.
Mit der CE-Kennzeichnung erklärt der Hersteller in eigener Verantwortung, dass sein Produkt konform ist und darf es im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) vertreiben.
Wichtig:
Das Inverkehrbringen ohne CE-Kennzeichnung ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Bußgeldern bis zu 100.000 € geahndet werden.
Offizielles CE-Zeichen
Mindesthöhe: 5 mm
Wichtige EU-Richtlinien für Elektronik
EMV-Richtlinie
2014/30/EU
Elektromagnetische Verträglichkeit - Störaussendung und Störfestigkeit
Niederspannung
2014/35/EU
Elektrische Sicherheit für Geräte mit 50-1000V AC / 75-1500V DC
Funkanlagen (RED)
2014/53/EU
Für Geräte mit Funkschnittstelle (WiFi, Bluetooth, LTE, etc.)
Der Weg zur CE-Kennzeichnung
In 6 Schritten zur rechtskonformen Produktkennzeichnung
Identifizierung der Richtlinien
Ermitteln Sie, welche EU-Richtlinien auf Ihr Produkt zutreffen. Für elektronische Geräte sind das typischerweise die EMV-Richtlinie (2014/30/EU), die Niederspannungsrichtlinie (2014/35/EU) und ggf. die Funkanlagenrichtlinie (2014/53/EU).
Harmonisierte Normen ermitteln
Für jede anwendbare Richtlinie gibt es harmonisierte Normen. Deren Einhaltung führt zur Konformitätsvermutung. Beispiel: EN 55032 für Störaussendung, EN 55035 für Störfestigkeit.
Konformitätsbewertung durchführen
Die meisten EMV-Prüfungen können im Rahmen einer internen Fertigungskontrolle (Modul A) durchgeführt werden. Sie müssen nachweisen, dass Ihr Produkt die Normen erfüllt.
Technische Dokumentation erstellen
Die technische Dokumentation muss 10 Jahre aufbewahrt werden. Sie enthält Produktbeschreibung, Risikoanalyse, Prüfberichte, Schaltpläne und Anwenderbeschreibung.
EU-Konformitätserklärung ausstellen
Als Hersteller oder Inverkehrbringer erstellen Sie die schriftliche Erklärung, dass Ihr Produkt den Anforderungen entspricht.
CE-Kennzeichnung anbringen
Das CE-Zeichen wird sichtbar, lesbar und dauerhaft auf dem Produkt oder seinem Typenschild angebracht. Die Mindesthöhe beträgt 5 mm.
Technische Dokumentation
Diese Unterlagen müssen Sie 10 Jahre lang aufbewahren
Produktbeschreibung
Funktionsweise, Einsatzbereich, technische Daten
Risikoanalyse
Identifizierte Risiken und getroffene Maßnahmen
Prüfberichte
EMV-Messungen, Sicherheitsprüfungen
Schaltpläne & Layouts
Technische Zeichnungen des Produkts
Stückliste (BOM)
Verbaute Komponenten mit Herstellerangaben
Bedienungsanleitung
Installations- und Betriebshinweise
Konformitätserklärung
Formelle CE-Erklärung nach Richtlinienvorgabe
Häufige Fehler vermeiden
Keine oder unvollständige Prüfungen
Manche Hersteller bringen das CE-Zeichen an, ohne tatsächlich geprüft zu haben. Bei Marktüberwachung drohen Rückrufe und hohe Strafen.
Veraltete Normenversion
Normen werden regelmäßig aktualisiert. Eine Prüfung nach veralteter Norm bietet keine Konformitätsvermutung mehr.
Fehlende Konformitätserklärung
Die EU-Konformitätserklärung muss bei jeder Lieferung mitgeliefert werden können. Fehlt sie, ist die CE-Kennzeichnung wertlos.
Änderungen am Produkt
Jede wesentliche Änderung am Design erfordert eine neue Bewertung. Anderer Prozessor, anderes Netzteil = neue Prüfung.
CE-Kennzeichnung sicher erreichen
Mit unseren Pre-Compliance-Tests sind Sie optimal auf die CE-Zertifizierung vorbereitet. Wir unterstützen Sie von der Prüfung bis zur Dokumentation.