Was kostet eine entwicklungsbegleitende EMV-Messung?
Die ehrliche Antwort lautet: Es hängt davon ab. Dieser Artikel zeigt, wovon genau – damit Sie den Aufwand für Ihr Projekt selbst einschätzen und eine Anfrage gezielt vorbereiten können.
Kurze Antwort
Der Aufwand einer entwicklungsbegleitenden EMV-Messung wird vor allem von drei Dingen bestimmt: wie groß und komplex der Aufbau ist, wie viele Betriebszustände gemessen werden sollen und ob es bei der Statusmessung bleibt oder eine Fehlersuche dazukommt. Nennen Sie uns Prüflingsgröße, Versorgung und gewünschte Betriebszustände – dann bekommen Sie eine belastbare Einschätzung statt einer Pauschale.
Warum es keinen Listenpreis gibt
Eine EMV-Messung ist keine Ware mit festem Umfang. Zwei Prüflinge derselben Produktgattung können sich im Messaufwand um ein Vielfaches unterscheiden – abhängig davon, wie viel Peripherie mitläuft, wie aufwendig der Aufbau ist und ob eine Auffälligkeit verfolgt wird.
Pauschale Tagessätze im Netz sind deshalb wenig hilfreich: Sie beschreiben eine Messumgebung, aber nicht Ihr Projekt. Wir nennen Ihnen nach einem kurzen Gespräch eine konkrete Einschätzung – auf Grundlage Ihrer Angaben, nicht auf Grundlage eines Durchschnitts.
Diese Faktoren bestimmen den Aufwand
Je klarer diese Punkte vor der Anfrage sind, desto genauer fällt unsere Einschätzung aus.
- Prüflingsgröße
- Ein Steuergerät auf dem Tisch ist schnell aufgebaut. Eine Maschine, die in die Vollabsorberkammer gefahren werden muss, braucht Transport, Hebezeug und deutlich mehr Aufbauzeit.
- Messumfang
- Nur gestrahlte Störaussendung? Oder zusätzlich Störfestigkeit mit ESD, Surge und Burst? Jede Prüfart ist ein eigener Aufbau mit eigener Messzeit.
- Betriebszustände
- Jeder Zustand, der gemessen werden soll – Leerlauf, Volllast, Kommunikation, Anlauf – ist ein eigener Messdurchlauf. Drei Zustände bedeuten grob dreifache Messzeit.
- Peripherie
- Braucht der Prüfling Lasten, Gegenstellen, Kühlung oder eine Steuerung, um zu arbeiten? Peripherie muss mit aufgebaut, versorgt und in der Dokumentation berücksichtigt werden.
- Aufbauzeit
- Verkabelung, Erdung, Positionierung auf dem Drehteller, Funktionskontrolle. Bei komplexen Aufbauten kann der Aufbau länger dauern als die eigentliche Messung.
- Fehlersuche
- Eine reine Statusmessung endet mit den Messwerten. Wird die Ursache einer Auffälligkeit gesucht, kommen Nahfelduntersuchungen, Variationen am Aufbau und Vergleichsmessungen dazu.
- Beratung
- Anforderungen klären, Messstrategie festlegen, Layout und Aufbau vorab durchsehen – das reduziert Messzeit, ist aber selbst Aufwand.
- Nachmessung
- Die Verifikation einer Maßnahme ist ein zweiter Termin unter vergleichbaren Bedingungen. Ob er nötig ist, zeigt sich erst nach der ersten Messung.
- Dokumentationsumfang
- Messwerte mit Aufbaudokumentation sind die Regel. Wird eine ausführlichere technische Bewertung oder eine Aufbereitung für Dritte gebraucht, steigt der Aufwand.
Zwei Beispiele aus der Praxis
Beide Beispiele sind bewusst ohne Preisangabe. Sie zeigen, wie unterschiedlich der Aufwand ausfallen kann.
Schlanker Fall
Statusmessung an einer Baugruppe
Ein Steuergerät mit DC-Versorgung, zwei Betriebszuständen und ohne aufwendige Peripherie. Der Aufbau steht schnell, gemessen wird die gestrahlte Störaussendung, Sie erhalten Messwerte und eine Einordnung gegenüber den relevanten Grenzwerten. Fehlersuche ist nicht Bestandteil.
Aufwendiger Fall
Anlagenmodul mit Fehlersuche
Ein großer Prüfling mit dreiphasiger Versorgung, mehreren Betriebszuständen und angeschlossener Peripherie. Transport und Aufbau brauchen Zeit, in einem Frequenzbereich zeigt sich eine Auffälligkeit, die mit Nahfelduntersuchungen verfolgt wird. Anschließend wird eine Maßnahme nachgemessen.
Wie Sie den Aufwand niedrig halten
Was Aufwand treibt
Was Sie tun können
- Jeder Betriebszustand ist eine eigene Messung
- Betriebszustände vorab festlegen und auf die aussagekräftigen beschränken.
- Aufbauzeit im Labor
- Prüfling betriebsbereit anliefern – inklusive Peripherie, Lasten und Kabeln.
- Suchen ohne Vorwissen
- Bekannte Auffälligkeiten und vorhandene Messberichte vorab mitschicken.
- Änderungen am Serienstand
- Früh messen: Am Prototypen sind Änderungen billiger als am Serienstand.
- Improvisieren im Labor
- Vor der Messung kurz die Messstrategie klären, statt im Labor zu improvisieren.
Wie eine Messung abläuft und was Sie mitbringen sollten, steht auf Entwicklungsbegleitende EMV-Messungen und unter Prüfling vorbereiten.
Aufwand für Ihr Projekt einschätzen lassen
Nennen Sie uns Prüflingsgröße, Versorgung und die gewünschten Betriebszustände – Sie erhalten eine konkrete Einschätzung statt einer Pauschale.

