Zum Inhalt springen

Ursachenanalyse und Optimierung

Eine Grenzwertüberschreitung sagt noch nicht, woher sie kommt. Wir lokalisieren die Störquelle im Aufbau, leiten konkrete Maßnahmen ab und belegen die Wirkung in einer Nachmessung.

Leistung
Störquellen lokalisieren, Maßnahmen ableiten und verifizieren
Standort
Meine, bei Bedarf Harbke
Verifikation
Nachmessung unter gleichen Bedingungen
Ergebnis
lokalisierte Ursache und verifizierte Maßnahme

Wenn die Ursache unklar ist

Ohne bekannte Ursache bleibt nur Ausprobieren: ein Filter mehr, ein Blech anders, eine Leitung verlegt. Jede Runde kostet Zeit, und ob eine Änderung wirklich gewirkt hat, bleibt oft offen.

Wir arbeiten umgekehrt: erst lokalisieren, dann eine Hypothese aufstellen, dann eine Änderung nach der anderen messen. So entsteht eine Maßnahme, deren Wirkung belegt ist.

Nahfeldsonde über einer Leiterplatte zur Lokalisierung einer Störquelle

So gehen wir vor

Lokalisiert wird mit Nahfeldsonden an Leiterplatte, Leitung und Gehäuse – an einem Aufbau, an dem sich während der Messung arbeiten lässt. Am Standort Meine steht dafür ein Entwicklungsplatz neben der Schirmkabine. Welche Testumgebung für die Messung und die anschließende Nachmessung passt, richtet sich nach Messverfahren, Prüfling, Versorgung und Aufbau.

  1. Auffälligkeit einordnen

    Wir sehen uns die vorliegenden Messwerte an: Welche Frequenzen, welcher Betriebszustand, welcher Abstand zum Grenzwert. Daraus ergibt sich, wo die Suche beginnt.

  2. Störquelle lokalisieren

    Mit Nahfeldsonden gehen wir an Leiterplatte, Bauteil, Leitung und Gehäuseöffnung. So wird aus einer Grenzwertüberschreitung eine konkrete Stelle im Aufbau.

  3. Hypothese gezielt prüfen

    Wir verändern einzelne Randbedingungen – etwa Leitungsführung, Schirmanbindung oder Filterbestückung – und messen den Effekt jeder Änderung einzeln.

  4. Maßnahme festlegen

    Die wirksamen Änderungen halten wir als Maßnahme fest, mit Einschätzung von Aufwand und Wirkung. Die Umsetzung erfolgt in Ihrer Entwicklung.

  5. Nachmessen

    Nach der Umsetzung messen wir unter gleichen Bedingungen erneut, damit die Verbesserung belegt ist und nicht auf einer Annahme beruht.

Wo Maßnahmen ansetzen

Welche Bereiche im Einzelfall in Frage kommen, ergibt sich aus der Messung – nicht aus einer Standardliste.

Layout und Masse

Masseführung, Rückstrompfade, Lagenaufbau, Platzierung kritischer Bauteile und Taktleitungen.

Verkabelung

Leitungsführung, Trennung von Leistungs- und Signalleitungen, Schirmanbindung und Steckverbinder.

Filterung

Filter an Versorgungs- und Signaleingängen, Entkopplung, Dämpfung einzelner Frequenzbereiche.

Schirmung und Gehäuse

Gehäuseöffnungen, Spalte und Dichtungen, Anbindung von Schirmblechen, Displays und Bedienelementen.

Was wir zusagen können

Wir sagen zu, dass wir die Ursache mit Messbelegen eingrenzen und Maßnahmen benennen, deren Wirkung wir nachmessen. Wir sagen nicht zu, dass ein Produkt eine spätere Prüfung besteht – das hängt von der Umsetzung, dem finalen Aufbau und den anzuwendenden Normen ab.

Die Ursachenanalyse ist Teil der Entwicklungsbegleitung und lässt sich ebenso einzeln beauftragen.

Anonymisiertes Praxisbeispiel

Wie eine Ursachenanalyse abläuft

Der folgende Ablauf ist bewusst anonymisiert und ohne Zahlenwerte dargestellt. Er zeigt die Systematik, nicht ein konkretes Kundenprojekt.

  1. Auffälligkeit in der Messung

    Eine entwicklungsbegleitende Messung zeigt in einem abgegrenzten Frequenzbereich deutlich erhöhte Pegel. Der Betriebszustand, in dem der Effekt auftritt, wird festgehalten.

  2. Störquelle lokalisieren

    Mit Nahfeldsonden gehen wir den Aufbau ab: Leiterplatte, Zuleitungen, Steckverbinder, Gehäuseöffnungen. Ziel ist, den Ort einzugrenzen, an dem der Pegel entsteht oder austritt.

  3. Technische Hypothese formulieren

    Aus Messbild und Aufbau entsteht eine begründete Annahme – zum Beispiel, dass eine Leitung als Antenne wirkt oder eine Schirmanbindung nicht flächig aufliegt.

  4. Eine einzelne Maßnahme umsetzen

    Bewusst nur eine Änderung auf einmal. Werden mehrere Maßnahmen gleichzeitig umgesetzt, lässt sich hinterher nicht sagen, welche gewirkt hat.

  5. Wirkung nachmessen

    Nachmessung unter vergleichbaren Bedingungen: gleicher Aufbau, gleiche Betriebszustände, gleiche Messkonfiguration. Nur so ist der Vergleich belastbar.

  6. Wirksame Maßnahme dokumentieren

    Was gewirkt hat, halten wir mit Aufbau, Randbedingungen und Vorher-Nachher-Vergleich fest – als Grundlage für Ihre Entwicklungsentscheidung und die nächste Iteration.

Ob eine Maßnahme wirkt und wie stark, zeigt allein die Nachmessung. Wir nennen keine pauschalen Verbesserungswerte, weil sie von Produkt, Aufbau und Betriebszustand abhängen. Warum immer nur eine Änderung auf einmal umgesetzt wird und was vergleichbare Bedingungen konkret bedeuten, ist unter Vorgehen nach einer auffälligen EMV-Messung ausführlich beschrieben.

Ursachenanalyse anfragen

Sie erhalten kurzfristig eine Rückmeldung zur passenden Messmöglichkeit.